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Philharmoniker Depot

29.04.13 Gold in USD unterbewertet wie 1969

Mittel- und langfristig ausschlaggebend für die Entwicklung des Gold- und Silberpreises ist die Geldmengenentwicklung der einzelnen Fiat- Währungen. Durch QE 4 stieg die Geldbasis seit dem Vorjahr um +13,4% an. Diese am engsten gefasste Geldmenge durchschlug in diesem Monat erstmals die Marke von 3.000 Mrd. US-Dollar. Vor dem Crash von 2008 hatte dieses Aggregat lediglich ein Volumen von etwas mehr als 800 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 275% entspricht. Genau diese Geldmenge kann und wird zu einem starken und schnellen Anstieg der Konsumentenpreise führen. M1 und M2 steigen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage seit 2008 weniger schnell an. M1 war seit Jahresanfang sogar leicht rückläufig und M2 stieg nur minimal. Der wahrscheinliche Grund, dass man die Veröffentlichung der Geldmenge M3 einstellte, war nicht der, um eine Inflation im Markt zu verstecken, sondern um bei einer Kontraktion dieser Geldmenge, die kaum vermeidbar sein wird, eine deflationäre Panik zu verhindern, die dem Bankenkartell hätte gefährlich werden können.

Die Euro-Geldmenge M3 ist seit letztem Sommer fast unverändert und weist aktuell noch eine jährliche Steigerungsrate von +2,6% auf. M2 stieg zum Vorjahr immerhin noch um 4,2% und M1 um 7,1%. Die EZB dürfte bald auf die Bühne treten, um eine Kontraktion zu verhindern. Die Zinssenkung ist nach diesen Daten überfällig und sicher, wenn man den Kollaps verhindern will. Dass die jährliche Preissteigerungsrate nach dem HVPI im Euroraum auf 1,9% im März gesunken ist, nachdem diese im Vormonat noch 2% betrug, ist letztlich der gekonnten Drückung der Edelmetalle und somit aller anderen Rohstoffe zu verdanken. Unterdessen baut sich im Kessel immer mehr Druck auf und es ist wahrscheinlich, dass man in Kürze etwas Dampf in Form steigender Preise ablassen muss, um Schlimmeres zu verhindern.
Zur US-Geldbasis erreichte Gold bei 1.320 USD je Feinunze die niedrigste Bewertung zum USDollar seit Januar 1969. Damals betrug der Goldpreis 37,7 US-Dollar je Feinunze. Unser Fair Gold-Indikator zeigt wie lächerlich gering der aktuelle Goldpreis ist, nachdem die FED die Geldbasis so drastisch erhöht hat in den letzten vier Jahren.

Der Glaube, Gold wäre überbewertet, ist auch aus dieser Sicht nicht nur unhaltbar, sondern völliger Unsinn. 2002 wurde eine ähnlich niedrige Bewertung erreicht, doch seit dem Ende von Bretton Woods ist dies die mit Abstand niedrigste Bewertung seit 40 Jahren! Durch die QE-Programme ist der ganze Preisanstieg seit der Jahrtausendwende negiert worden und die Hausse wurde auf Null zurückgesetzt. Die niedrige Deckung des USDollars ist ein deutliches Zeichen der Manipulation dieses Marktes und zeigt, welches Potenzial noch im Goldpreis steckt, ehe dieser, wie zum Top in 1980, überkauft wäre. In Zahlen ausgedrückt müsste dieser auf 14.500 US-Dollar ansteigen, um eine ähnliche Deckung wie damals zu erreichen. Von dieser Warte aus gesehen und in Kombination mit den Daten aus dem CoTReport ist es nicht sicher, dass die Tiefs beim Gold noch einmal stark unterschritten oder gar getestet werden. Nichts ist doch idealer für das Smart Money, wenn Longpositionen aufgebaut werden sollen, als wenn die Masse glaubt, dass es in Kürze wieder Richtung 1.200 USD oder 1.000 USD beim Goldpreis ginge. Im Vergleich zum Papiermarkt, sprechen die physischen Daten eine eindeutige Sprache. Am Spotmarkt in London kam und kommt es zu nie da gewesenen Abflüssen physischer Ware gen China und auch der deutsche Michel kauft zu, anstatt panisch zu verkaufen. Der Chef der Hongkong Gold & Silver Exchange sagte, dass er einen derartigen Run auf Edelmetalle seit über 20 Jahren nicht mehr sah. In Asien zahlte man enorme Aufpreise für die physische Lieferung und die Verkäufe an Münzen der USMint stiegen auf das höchste Niveau seit 2009. Es ist anzunehmen, dass es in Bälde bei den Futures vermehrt zur physischen Lieferungen anstatt zum Barausgleich kommen wird. Auch wenn die Goldbestände an der Comex in den letzten Monaten um 25% zurückgegangen sind, so ist nach Berechnungen der Perth Mint noch genügend Ware und eine Deckung von 19% der gehandelten Futures vorhanden, sodass akut keine Gefahr droht. Im Silber gab es weniger Abflüsse und die Deckung beträgt im Augenblick noch 21%.

Was bringt dem Smart Money jetzt noch eine weitere Drückung, wenn ein niedrigerer Preis nur sehr kurzfristig durchgehalten werden kann und das Managed Money, Kleinanleger und andere Notenbanken ohnehin stark auf der Käuferseite stehen? Nach dem IWF hatten auch die unabhängigen Notenbanken im März ihre Goldreserven weiter aufgestockt und diese dürften auch aktuell zu den großen Käufern zählen.

Würden Jene, die jetzt stark kaufen, ihre Ware auf den Markt werfen, wenn der Preis noch einmal um 300 USD fiele, oder würde dies nur zu noch höheren physischen Käufen führen? Neue Tiefs müssen nicht, doch können sie kurzfristig noch eintreten. Mittel- und langfristig ist Gold extrem überverkauft und fundamental deutlich unterbewertet.

Markus Blaschzok, Dipl.-Betriebswirt (FH), CFTe, ist seit 2001 Mitglied in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Als Verfechter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie verfolgt er einen ganzheitlichen Analyseansatz. Er hält Vorträge zu Themen der Österreichischen Schule, wie beispielsweise den monetär bedingten Konjunkturzyklen als Ursache von Wirtschaftskrisen, sowie der Vermögenssicherung mit Edelmetallen und Rohstoffen. Von 2009 bis 2011 schrieb er als Chef-Analyst bei pro aurum einen wöchentlich erscheinenden Marktkommentar und untersuchte erfolgreich die mittel- bis langfristige Entwicklung der Finanz-, Rohstoff- und insbesondere der Edelmetallmärkte. Weiterhin ist er Autor verschiedener Fachpublikationen und gibt Schulungen in Bereichen der Österrreichischen Schule der Nationalökonomie.

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Quelle: Markus-Blaschzok.de

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