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Philharmoniker Depot

21.10.15 Weltwirtschaftskrise - Reich der Mitte schwächelt

So, in diesen Tagen geht es in deutschen Landen ja anscheinend nur noch um das Thema Völkerwanderung. Wie es um die Weltwirtschaft steht, kommt derzeit viel zu kurz. Und hier gab es erst jüngst Neuigkeiten aus dem Reich der Mitte. Sie erinnern sich vielleicht, dass ohne die chinesische Wirtschaftslokomotive nach der Rezession 2008/9 die - zugegeben sehr schwache - Erholung wohl ausgefallen wäre. Apropos 2009.

Chinas Wachstum schwächelt

Die Behörden des Riesenreichs vermeldeten, dass die chinesische Wirtschaft im dritten Quartal des Jahres 2015 so schwach wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr gewachsen sei. Das Wirtschaftswachstum sei erstmals seit der weltweiten Finanzkrise unter die magische Grenze von sieben Prozent gesunken. Es sei im Sommerquartal mit 6,9 Prozent zwar nur einen Tick unter dem Planziel der Führung geblieben. Doch die Abschwächung wird generell als Warnsignal gewertet. Wohl gemerkt, es handelt sich hier um offizielle, ja regierungsoffizielle Daten. Das wahre Wachstum dürften also nicht nur einen Tick unter der sieben Prozent sein. Darauf deuten auch die jüngsten Daten der Industrieproduktion im September hin. Diese stieg nur um 5,7 Prozent. Im Konsens wurde ein Plus von sechs Prozent erwartet.

Kommen Konjunkturprogramme?

Derweil werden in Europa schon die ersten Stimmen laut, die von konjunkturstützenden Maßnahmen im Reich der MItte reden. Die chinesische Regierung werde die Schatulle öffnen und ihre Staatsausgaben erhöhen. Die Maßnahmen werden von einem Lockerungskurs der Zentralbank flankiert werden, so die Aussage und Prognose vom Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel, gegenüber Reuters. Es würden eindringliche Anzeichen dafür ausbleiben, dass eine harte Landung kurz bevorstehen würde, das ist das Fazit vom Volkswirt Frederik Kunze von der NordLB. Und auch die Deutsche Bundesbank äußerte sich relativ gelassen.

Deutsche Konjunktur kaum betroffen

Fakt ist jedenfalls, dass die Bundesbank erst bei einem dramatischen Einbruch der chinesischen Wirtschaft mit spürbaren Dämpfern für die deutsche Konjunktur rechnet. Nach Berechnungen der Bundesbank würde ein um vier Prozentpunkte niedrigeres Wachstum im Reich der Mitte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa einen Viertel Prozentpunkt schmälern. Das sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel laut Reuters am Montag auf einer Veranstaltung in Ingolstadt. Ein solcher Einbruch sei zurzeit aber nicht zu erwarten, so Herr Nagel. Nagel zufolge dürften die asiatischen Nachbarländer wegen ihrer Nähe und wirtschaftlichen Verflechtung stärker von negativen Auswirkungen betroffen sein. Aktuell sei eine deutliche Korrektur im Industriesektor sürbar, bei dem nunmehr Überkapazitäten abgebaut werden würden. Deutsche Exporteure und Produzenten vor Ort würden das bestätigen. Geringere Wachstumsraten seien für Schwellenländer typisch, wenn in ihrem Aufholprozess das Pro-Kopf-Einkommen steige. Selbst ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent in China entspreche immer noch einem Zuwachs im Umfang des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz, so das Fazit von Herrn Nagel.

Letztlich gilt es aber nach wie vor, die Entwicklung im Reich der Mitte auf dem Radar zu haben...

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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