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07.10.15 Eurokrise - Deutscher Industrie brechen Aufträge weg

So, nun kommt die Schwäche der Weltwirtschaft allmählich dann doch in der deutschen Realwirtschaft an. Reuters meldet, dass die deutsche Industrie zunehmend die schwächelnde Konjunktur in China und anderen Schwellenländer spüren würde.

Auftragsminus

Fakt ist jedenfalls, dass im August nun bereits den zweiten Monat in Folge ein Auftragsminus zu verzeichnen war. Die Bestellungen sanken überraschend um 1,8 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten ein Plus von 0,5 Prozent erwartet, nachdem es im Juli ein Minus von 2,2 Prozent gegeben hatte. Ralph Solveen, Ökonom bei der Commerzbank kommenierte wie folgt:

"Offensichtlich leidet das Geschäft der deutschen Unternehmen zunehmend unter der schwachen Konjunktur in den Emerging Markets."

Während die Aufträge aus der Euro-Zone für positive Impulse sorgten und um 2,5 Prozent zulegten, gingen die Orders von außerhalb des Währungsraums mit minus 3,7 Prozent erneut kräftig nach unten. Der Rückgang der Bestellungen aus Übersee zeichne eher ein düsteres Bild, so wird Herr Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein von Reuters zitiert. Chinas Wirtschaft, die seit vielen Jahren ein Motor für die globale Konjunktur sei, verliere derzeit an Schwung. Zuletzt rutschte Südamerikas größte Volkswirtschaft, Brasilien, in die Rezession und auch Russlands Wirtschaft schrumpfe wegen des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen im Ukraine-Konflikt. Dies dürfte Herrn Solveen zufolge dazu führen, dass in den nächsten Monaten die Industrieproduktion und damit auch die Wirtschaftskraft in Deutschland langsamer steigen würde.

Blick auf die Details

Interessant ist weiter, dass die Juli-Zahlen nach unten revidiert wurden. Für Juli 2015 ergab sich nach Korrektur ein Rückgang von 2,2 % (ursprünglich – 1,4 %) gegenüber Juni 2015. Und weiter fällt auf, dass bei den Herstellern von Vorleistungsgütern der Auftragseingang im August 2015 um 0,4 % niedriger als im Vormonat lag; bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Rückgang von 2,8 %. Im Bereich der Konsumgüter lag das Auftragsvolumen um 1,5 % niedriger. Seit dem Berichtsmonat. Die Nachfrage nach Vorleistungen wie Chemikalien fiel um 0,4 Prozent.

Und auch der IWF goss gestern weiter Wasser in den Konjunktur-Wein. Im Sog der Konjunkturabkühlung in China verliert die Weltwirtschaft nach Ansicht des IWF an Fahrt. Der Fonds rechnet Reuters zufolge nur noch mit 3,1 Prozent Wachstum für 2015. Noch im Juli hatte er 3,3 Prozent veranschlagt. 2014 wuchs die globale Wirtschaft noch um 3,4 Prozent. Deutschland und die Euro-Zone sollen dieses und nächstes Jahr im Gleichschritt um 1,5 beziehungsweise 1,6 Prozent zulegen. Während das Wachstum in den USA laut IWF 2015 stärker anzieht als angenommen, schaltet China einen Gang herunter. Das Fazit des neuen IWF-Chefvolkswirts lautet:

"Das hehre Ziel eines kräftigen und gleichlaufenden globalen Wachstums bleibt schwer erreichbar."

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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