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Philharmoniker Depot

25.11.16 Kaufe bei schlechten Nachrichten

Am gestrigen Mittwochabend hatte die US-Notenbank das Protokoll der letzten Offenmarktsitzung veröffentlicht. Unverhältnismäßig viele Änderungen zugunsten einer weiteren Zinsanhebung im Dezember waren darin zu finden. So sehen die meisten Mitglieder nun eine baldige Zinsanhebung als angemessen und sie erachten diesen Schritt als wichtig, da sonst Risiken für die Stabilität des Systems entstünden, wenn der Arbeitsmarkt überhitzen würde. Risiken für andere Märkte bei einer Anhebung im Dezember sieht man kaum, wobei man um die Glaubwürdigkeit der FED fürchtet, wenn diesmal wieder nicht gehandelt wird. Auch der Anstieg der US-Marktzinsen gibt der Notenbank eigentlich schon die Richtung vor. Nach den letzten Aussagen von Yellen, sowie dem Wahlergebnis der US-Präsidentschaftswahl, liegt der Marktkonsens bereits gänzlich auf einer Zinsanhebung, weshalb diese bereits in den aktuellen Notierungen an den Märkten eingepreist sein dürfte. Dies erklärt auch zu einem Teil die Korrektur bei den Edelmetallen seit der US-Wahl und gibt uns den Hinweis, dass der Goldpreis kurze Zeit nach einer Zinsanhebung wieder steigen könnte, da dann alle schlechten Daten verarbeitet und eingepreist wurden und letztlich Gewinnmitnahmen die Basis eines neuen Anstiegs legen. Schon die alte Börsenweisheit „Buy on Bad News“ gibt den Rat antizyklisch zu kaufen, wenn die Stimmung am dunkelsten ist. Sollte die FED jedoch widererwarten ihren Worten keine Taten folgen lassen, so wäre dies eine wirkliche Überraschung und Gold dürfte dann mit einem deutlichen Kurssprung in einen neuen Anstieg durchstarten. Das Risiko nach unten scheint also begrenzt zu sein, während das Potenzial mittlerweile wieder auf der Oberseite liegt.

Die Korrektur beim Gold könnte bald ihr Ende finden.

Der Dollar ist nur kurzfristig stark


Der Rückgang beim Gold in dieser Woche mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 1.200$ wird mit einem Anstieg der US-Zinsen, einem stärkeren USD-Index sowie einem einbrechenden chinesischen Yuan begründet. Der US-Dollar-Index stieg auf den höchsten Stand seit 13 Jahren und kurzfristig haben Gold und der US-Dollar in der Tat eine hohe negative Korrelation miteinander – fällt der Dollar, so steigt der Goldpreis et vice versa. Mittel- bis langfristig verschwindet diese Korrelation jedoch, da die Stärke des US-Dollars immer nur im Verhältnis zu anderen Papierwährungen betrachtet wird, die sich auch alle im freien Fall befinden. Insbesondere im Euroraum gibt es viele Gefahren für den Euro, wie den Italexit und dem Irexit sowie das labile Bankensystem, das immer noch zu gering kapitalisiert ist, um vor dem Ausfall etwaiger fauler Kredite sicher zu sein. Es gibt also kein Entrinnen für die europäische Geldpolitik, die auch in den kommenden Jahren weiterhin mehr und mehr Geld drucken müssen wird, um eine erneute Finanz- und Wirtschaftskrise zu verhindern.

Der USD-Index steigt auf ein 13-Jahreshoch, was den Goldpreis kurzzeitig unter Druck bringt.

Die US-Politik kann nicht gewinnen


Viele Investoren erwarten, dass die vom neuen US-Präsidenten angekündigten Steuersenkungen, die geplante Deregulierung und die Ausweitung der Fiskalpolitik der US-Wirtschaft einen Schub versetzen werden – ähnlich dem Jahr 1982, als Reagan das Zepter übernahm und einen neuen Aktien-Bullenmarkt einleitete. Deshalb nimmt der Risikoappetit aktuell unter den Investoren zu, die wieder in den Aktienmarkt einsteigen und die amerikanischen Indizes auf neue Allzeithochs treiben, was auch zu Abflüssen aus den Exchange Traded Funds für Gold führt. So flossen aus dem weltgrößten Gold-ETF „SPDR“ seit Mitte Oktober 80 Tonnen Gold ab, was den Goldpreis seither belastet hat.

Der Risikoappetit der Investoren nimmt zu, sodass diese ETF-Anteile verkaufen.

Dies scheint jedoch ein für die USA isoliertes Phänomen zu sein, was auch der DAX zeigt, der einfach nicht den amerikanischen Aktienindizes folgen will und trotz eines schwachen Euros auf der Stelle tritt. Die Hoffnung der Investoren in den USA nach dem Sieg Trumps, der im Moment den Aktienmarkt nach oben treibt, wird jedoch enttäuscht werden. Als Reagan 1982 Präsident wurde und die Steuern senkte, hatten die USA eine Hochinflationsphase mit einem Schuldenabbau über die Finanzielle Repression bereits hinter sich, die zu einer Entwertung des Dollars um über 90% binnen einer Dekade führte, die Fehlallokationen in der Wirtschaft beseitigte und den Goldpreis um das 23-fahre ansteigen ließ. Damals war nach dem Abschwung ein Aufschwung möglich, doch hat Donald Trump heute eine völlig andere Ausgangslage, denn die USA vergrößern ihre Rekordverschuldung täglich, während die Fehlallokationen in der Weltwirtschaft aufgrund der vorherigen monetären Expansion enorm groß sind. Hätte Reagan damals ähnliche Umstände gehabt, so wäre er kläglich gescheitert und so werden die USA – so vernünftig die Pläne Trumps für die US-Wirtschaft sein mögen – letztlich in einer Stagflation enden, die durch massive monetäre Ausweitungen der US-Notenbank begleitet wird. Darüber hinaus dürfte Trump seine Fiskalpolitik mit einer Ausweitung des Defizits nicht durchsetzen können, ohne dass es deutlich negative Konsequenzen in näherer Zukunft hätte, wovon Vize-Notenbankchef Fisher in den USA überzeugt ist. Sobald die Märkte realisieren, dass es trotz eines neuen Präsidenten keinen Ausweg gibt, werden die Investoren wieder risikoscheu in den sicheren Hafen Gold wechseln und die Preise deutlich nach oben treiben.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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