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Philharmoniker Depot

23.07.15 Deflation und trotzdem Gold

Goldpreis? Crash! Ölpreis? Crash! Rohstoffpreise überhaupt? Auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Und da will mir einer erzählen es sei noch alles in Ordnung? Gar nichts ist in Ordnung, wenn die Deflation Einzug hält, was derzeit der Fall ist. Denn eine Weltwirtschaft in der ihre wichtigsten Verbrauchsgüter nicht mehr genug nachgefragt werden, um einen Preiscrash zu verhindern, ist nichts wert. Überteuerte Aktienkurse, getrieben durch nichts anderes als zu viel vorhandenes und zu billiges Geld verschweigen hier die bittere Realität.

Rohstoffpreise auf 13-Jahres-Tief

Quelle: stockcharts.com

Deflation und trotzdem halte ich an meinem Gold fest

Wir hier im deutschsprachigen Raum haben zumeist, insbesondere und vor allem Angst vor der Inflation. Das liegt vermutlich daran, dass man in Deutschland ja schon die Hyperinflation hinter sich gebracht hat. Zumeist hat jede Familie ja noch eine Geschichte aus der Zeit der Hyperinflation in petto. Und auch ich werde meinem Sohn eines Tages erzählen wie seine Ur-Ur-Großmutter mit dem Bollerwagen voller Geldscheine Brot kaufen ging.

Doch, liebe Leser, auch das andere Extrem, die Deflation ist nicht zu unterschätzen. Die letzte große weltweite Deflation gab es während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren. Doch auch Japan befand sich in den 90er Jahren, ebenso wie nach der letzten Finanzkrise und ist auch jetzt wieder auf dem Weg zur nächsten Deflation. Natürlich wirken im direkten Vergleich die 30er Jahre schlimmer als die 90er in Japan. Doch Japans Probleme sind keinesfalls zu unterschätzen. Mag es auch peu à peu gehen, Japan büßt seit Jahren an Wettbewerbskraft und wirtschaftlicher Stärke ein.

Doch die Wahrheit ist, Japan steht nicht allein!

Fast weltweit pumpen die Notenbanken massiv Geld ins System. Geld, das offenkundig nirgendwo ankommt. Und weil es nirgends ankommt, bleiben die Inflationsraten niedrig. Paul Krugman glaubt deshalb, dass wir uns in einer Liquiditätsfalle befinden und plädiert als Lösung dafür einfach weiter massenhaft Geld ins System zu schütten.

Super Paul, das ist zwar als ob man den Brand mit Feuer bekämpft, doch der gute Krugman stößt in aller Regel mit solchen Forderungen ja vielerorten auf offene Ohren. Schließlich betreiben derzeit mehr als 30 Notenbanken QE-Programme, allen voran die EZB mit dem Schlabber-Euro.

Doch was hat das alles nun mit dem Goldpreis zu tun?

Nun angesichts des derzeit als durchaus verhalten zu bezeichnenden Preisniveaus ist kaum zu erwarten, dass der Goldpreis von einem Tag auf den anderen durch die Decke geht. Oder anders: wenn das Brot nicht teurer wird und auch nicht der feine Anzug mit Krawatte, warum sollte sich dann heute der Preis für eine Unze Gold schlagartig verdoppeln? Denn das einzige das derzeit massiv teurer wird sind Aktien - und hier schillert die Blase ja schon, dass einem die Tränen in die Augen kommen.

Also, wenn wir und unsere Notenbanken sich derzeit mit deflationären Tendenzen auseinandersetzen müssen, dann sicher auch der Goldpreis.

Doch der Knackpunkt liegt nicht nur im Verhalten der Notenbanken, sondern vor allem im Verhalten der Politik.

Die kann weder hier, noch dort, noch drüben eine Deflation vertragen. Deflationen sind nämlich immer auch mit schmerzhaften Prozessen verbunden. Siehe Griechenland, wo das jahrelange Leben über die eigenen Verhältnisse hinaus, dass der griechische Staat seit Einführung des Euro betrieben hat, über jene fetten Jahre zu übertrieben starken Lohn- und Preisanstiegen geführt hat, die nun schmerzlich über eine Deflation eine Anpassung nach unten erfahren. Das ist ein natürlicher Prozess. Die Preise waren während der 00er Jahre zu schnell gestiegen und müssen nun runter auf ein Niveau, das tatsächlich der Wirtschaftskraft Griechenlands entspricht. Das tut weh und hat eine Gestalt wie Tsipras mit seiner Syriza an die Macht gebracht.

Was wir aus Griechenland lernen können ist deshalb vor allem eines: Deflation tut weh. Deshalb versuchen alle Regierungen weltweit eine solche zu verhindern, mindestens um nicht ebenfalls durch ihre eigenen Syrizas ersetzt zu werden.

Und deshalb werden nicht nur EZB und Co. (die von der Politik in etwa so unabhängig sind, wie ein 2-Monate aler Säugling von seiner Mama) weiterhin QE-Politik betreiben, sondern sich auch die Briten eine Zinsanhebung mehr als gut überlegen. Ähnliches gilt für die Amis, die weiterhin einen Aktienmarktcrash im Hinterkopf behalten und sich ebenfalls klar machen müssen, dass sie vom Rest der Welt keinesfalls so unabhängig sind, wie sie gern glauben möchten.

Doch die anhaltende und ewige QE-Politik der Notenbanken wird ausschließlich durch einen Weg bezahlt: den anhaltenden Wertverlust des Papiergeldes.

Deshalb gilt für mich auch weiterhin nur ein Resümee aus der aktuellen Situation: ich will auch weiterhin einen echten Wert in meiner Schublade wissen: Gold.

So long liebe Leser...natürlich gilt das auch für Silber und andere Sachwerte...doch das reine Tauschmittel Papiergeld gehört nicht zu den Dingen, die ich zur Wertaufbewahrung nutze...liebe Grüße und bis morgen...

Ihre Miriam Kraus

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Quelle: http://www.investor-verlag.de

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