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11.11.17 Goldnachfrage auf Mehrjahrestief

Nach dem World Gold Council war die weltweite Goldnachfrage im dritten Quartal 2017 so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Nachfrage auf 915 Tonnen, was einem Minus von 9% entspricht. Die Schmucknachfrage brach in Indien aufgrund strikterer Regulierungen und höherer Steuern um 25% zum Vorjahrsquartal ein. In China nahm die Schmucknachfrage hingegen um 13% auf 159,3 Tonnen zu, während die gesamte Schmucknachfrage im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3% auf 478,7 Tonnen sank. Dies war das schwächste dritte Quartal seit 17 Jahren. Seit Jahresbeginn lag die Nachfrage demnach bei 1.457 Tonnen und lag damit 3% über dem Vorjahreszeitraum.

Die physische Goldnachfrage sank auf ein 8-Jahrestief.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen zur Investmentanlage nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17% auf 222,3 Tonnen zu. Den größten Anteil daran trug diesmal China, das seine Nachfrage zum Vorjahresquartal um 57% auf 64,3 Tonnen erhöhte. Dagegen war die Nachfrage aus Indien, dem zweitgrößten Markt, schwach, wo diese um -23% auf nur 31 Tonnen fiel. In Europa stieg die Nachfrage nach Münzen und Barren um 36% auf 45,5 Tonnen, während das Vorjahresquartal relativ schwach war. Den größten Anteil daran trug die deutsche Nachfrage, die ungebrochen hoch bleibt und im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 45% auf 25,1 Tonnen anstieg. Die Geldpolitik der EZB sowie die geopolitischen Probleme Europas sorgen dafür, dass besonders die Deutschen weiterhin ihr Vermögen in Gold diversifizieren. Die Amerikaner sind wegen Donald Trump hingegen zur künftigen Wirtschaftsentwicklung sehr optimistisch eingestellt, weshalb die Nachfrage dort auf nur 7,3 Tonnen im dritten Quartal einbrach. Allein die Deutschen kauften damit mehr als dreimal so viel Gold wie die gesamten USA in Form von Münzen und Barren.

Die Nachfrage nach Barren und Münzen als Investment blieb stark.

Die ETFs hatten ein weiteres Quartal mit Zuflüssen. Jedoch wurden netto nur 18,9 Tonnen dazugekauft, während es im dritten Quartal 2016 noch Zuflüsse in Höhe von 144 Tonnen waren. Die weltweiten ETFs hielten demnach Ende September insgesamt 2343,2 Tonnen (96,7 Mrd. USD) Gold für ihre Investoren, was der höchste Stand seit letztem Jahr im Oktober ist. Im August gab es Abflüsse, doch im August gab es wieder Zuflüsse, die im September zunahmen. Die Hausse am Aktienmarkt sowie Manien an anderen Märkten ziehen den Fokus auf sich, weshalb der sichere Hafen der Edelmetalle kurzfristig wenig Beachtung fand. Auch die restriktive Geldpolitik in den USA mit weiteren Zinsanhebungen halten amerikanische Investoren davon ab in ETFs zum aktuellen Zeitpunkt zu investieren.

Die ETF-Zuflüsse stagnierten, was sich durch die Hausse am Aktienmarkt und dem gesteigerten Risikoappetit der Investoren erklärt.

Die Zentralbanken der Welt erhöhten ihre Käufe um 25% zum Vorjahr auf 111 Tonnen. Seit Jahresbeginn summieren sich diese auf 289,6 Tonnen. Der stärkste Käufer war wieder Russland, wobei auch Kasachstan und die Türkei ihre Käufe erhöhten. Die russische Zentralbank kaufte alleine im dritten Quartal rund 63 Tonnen Gold, worauf deren Gesamtreserven mittlerweile 1.778,9 Tonnen erreichten, was 17% der gesamten Devisenreserven entspricht. In diesem Jahr kauften die Russen bereits 164 Tonnen, was 35 Tonnen mehr als im Vorjahreszeitraum ist. Die Türken kauften im dritten Quartal 30,4 Tonnen und seit Jahresbeginn auch hohe 167 Tonnen. Kasachstan kaufte 10,3 Tonnen. 93% aller Zentralbankkäufe sind auf diese drei Notenbanken zurückzuführen wobei auf den Rest der Welt nur 7% entfallen.

Die Käufe der Zentralbanken nahmen wieder zu.

Das weltweite Angebot an Gold sank im dritten Quartal um 2%. Die Minenproduktion fiel um 1% auf 841 Tonnen zum Vorjahresquartal, was jedoch die höchste Produktion in der Geschichte hatte. Die Produzenten reduzierten ihre Absicherungen um 10 Tonnen im dritten Quartal. Im dritten Quartal wurden 315,4 Tonnen Gold recycelt.

Die weltweite Produktion ist weiterhin auf Rekordniveau.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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