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Philharmoniker Depot

10.12.17 Zinsanhebung in den USA rückt näher – Euro in Gefahr

Die Marktteilnehmer erwarten am kommenden Mittwoch aktuell zu 100% eine erneute Zinsanhebung durch die private US-Notenbank FED. Um 0,25% auf 1,5% soll der Leitzins angehoben werden. Damit zollt man der hohen realen verdeckten Teuerung Tribut. Die scheidende US-Notenbankchefin Janet Yellen konstatierte vor einigen Wochen, dass die offiziellen Konsumentenpreisindizes nicht die Realität abbilden würden und die Teuerung weitaus höher sei, weshalb weitere Zinsschritte gerechtfertigt wären. Nach der alten Berechnungsmethode für die Konsumentenpreise von 1990 liegt die Teuerung in den USA aktuell bei 5,8% und nicht etwa bei 2,0%, wie die US-Regierung behauptet. Nach der Berechnungsmethode von 1980 liegt die Teuerung in den USA gar bei 9,9%, was sich durch das vorherige Drucken von Geld in den Jahren von 2009 bis 2014 erklärt. In diesen Jahren hatte man die Geldmenge und die US-Notenbankbilanz vervierfacht.

Die US-Notenbank wird den Leitzins mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% um 25 Basispunkte und mit 10% um 50 Basispunkte anheben.

Weiterhin hat man damit begonnen dem Markt sukzessive das gedruckte Geld wieder zu entziehen. Man plant die ausgeweitete Notenbankbilanz im kommenden Jahr um 600 Mrd. US-Dollar zu schrumpfen. Ob dies möglich sein wird, ohne eine Wirtschaftskrise auszulösen und die Blasen an den Aktien-, Anleihen- und Immobilienmärkten anzustechen, ist äußerst fraglich. Es ist gut möglich, dass man die restriktive Geldpolitik vorzeitig beenden wird, sobald eine Rezession zutage tritt.

Bis dahin vergeht jedoch noch einige Zeit und bisher hat die US-Notenbank ihre Versprechen gehalten und Zinsanhebungen geliefert. Während die Zinsen in den USA ansteigen, verharren jene in Europa nahe Null oder im negativen Bereich, da die Europäische Zentralbank im kommenden Jahr bis Ende September weiter Geld in Höhe von 30 Mrd. Euro monatlich drucken wird. Dieser sich weitende Zinsspread, den der Markt überhaupt nicht erwartet hat, wird Geld aus dem Euro in den Dollar fließen lassen, sodass der Dollar wieder steigen dürfte.

Im kommenden Jahr sind weitere Zinsanhebungen in den USA zu erwarten.

Der Markt hatte keine Ausweitung des Zinsspreads erwartet. Scheinbar hatte bereits fast jeder auf eine Annäherung der Zinsen spekuliert, wie uns die Terminmarktdaten verraten. Diese zeigen die größte je aufgezeichnete bullische Stimmung für den Euro, womit klar ist, dass es jede Menge Korrekturbedarf in den Köpfen der Händler und bei deren Positionierung gibt. Dies wird sich letztlich am Ende des Tages in einigen Monaten in einem Ausverkauf des Euros auswirken, auf den wir weiterhin setzen.

Praktisch alle haben auf einen steigenden Euro gewettet.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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