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Philharmoniker Depot

25.03.19 Notenbanken unter Druck

Am Mittwochabend verkündete die US-Notenbank offiziell das baldige Ende ihres QT-Programms, welches im Januar bereits angedeutet wurde. Ab Mai wird das monatliche Verkaufsvolumen von Staatsanleihen am offenen Markt von 30 Mrd. auf 15 Mrd. USD gesenkt. Ab Ende September soll es schließlich ganz eingestellt werden. Der Goldpreis reagierte mit einem Preisanstieg und der US-Dollar wertete kurzzeitig um einen US-Cent zum Euro ab.

Vor dem Beginn der Anleihekäufe im Jahr 2008 betrug die Notenbankbilanz lediglich eine Billionen US-Dollar. Seit 2008 wurde die Dollargeldmenge vervierfacht, um das Kreditgeldsystem vor dem Kollaps zu bewahren, bis man schließlich Anfang 2018 mit einer Reduzierung der Geldmenge begann, da die Krise vermeintlich vorbei wäre. Ende September wird man die Notenbankbilanz von 4,5 Billionen USD auf 3,76 Billionen USD reduziert haben.

Investoren realisieren nun auf breiter Front, dass diese Liquidität dem Markt nicht mehr entzogen werden kann und stattdessen neue Injektionen frisch gedruckten Geldes für das unterkapitalisierte Bankensystem nötig werden. Das Normalisierungsexperiment und die keynesianische Geldmengensteuerung sind kläglich gescheitert.

Die Problematik für das Bankensystem und die von niedrigen Zinsen abhängige Produktionsstruktur in der Wirtschaft ähneln einer Sucht. Die Sucht und die Beschwerden haben sich mit den Jahren immer weiter verschlimmert und ein zukünftiger Entzug könnte schlussendlich zum Kollabieren des Systems führen.

Es ist daher wahrscheinlich, dass die Notenbanken den Geschäftsbanken bald wieder neue Injektionen an frischem Geld verabreichen werden, damit Bankensystem, Staaten und die Wirtschaft nicht kollabieren werden. Alle Notenbanken betreiben eine Politik der Symptombekämpfung, da sie die Ursache nicht bekämpfen können, ohne sich selbst als Krankheit in der Wirtschaft zu diagnostizieren.

Zinsanhebungen für 2019 sind nun endgültig vom Tisch und für 2020 stellte eine Mehrheit von zwei Ausschussmitgliedern eine einzige Zinsanhebung in Aussicht. In nur drei Monaten hatte die FED ihre Geldpolitik diametral verkehrt – vom ultra-restriktivem Autopilot nach Plan, hin zu einer Vollbremsung – und dabei neue mögliche Rettungsmaßnahmen in den Raum gestellt. Wie will die US-Notenbank glaubhaft einen mehrjährigen Ausblick geben, wenn sie nicht einmal die Entwicklung der nächsten drei Monate vorhersagen kann? Aufgrund der sich bereits ausweitenden Rezession, wird die FED auch die geplante Anhebung 2020 verwerfen müssen und stattdessen im kommenden Jahr ein neues QE-Programm auf den Weg bringen. Natürlich ist sich dessen auch die FED bewusst, doch versucht man die Märkte so lange wie es nur irgendwie möglich ist, zu täuschen. Auch eine Rezession wird man erst öffentlich anerkennen, wenn die Wirtschaft sich 2-3 Quartale in dieser befindet, da man die Reaktion der Märkte fürchtet.

Interessant ist, dass die FED jährlich bis Ende 2020 ca. 180 Mrd. Dollar aus auslaufenden hypothekenbesicherten Anleihen wieder in Staatsanleihen investieren will, womit die US-Notenbank ein großer Finanzier des US-Haushaltsdefizits von einer Billionen US-Dollar sein wird.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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