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Philharmoniker Depot

Währungsnews 2019

Der Chef der US-Notenbank (Fed) Jerome Powell zeigte sich vergangene Woche optimistisch für die US-Wirtschaft, attestierte ihr eine gute Entwicklung seit dem Shutdown und senkte die Inflationserwartung des Marktes. Die monatlichen Käufe von Staatsanleihen werden unvermindert fortgesetzt und wenn nötig angepasst. Dies bedeutet, dass der Aktienmarkt nicht noch einmal stark einbrechen kann, da die Notenbank sofort mit neuer Liquidität auf Probleme in der Wirtschaft reagieren wird. Es wird weiterhin Geld gedruckt und die Zinsen niedrig gehalten, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt normalisiert hat. Fondsmanager nutzten unterdessen die Turbulenzen und Kursrückgänge an den internationalen Börsen, um verspätet einen Fuß in den Markt zu bekommen.

Die kurzfristigen Nominalzinsen dürften daher noch bis mindestens 2023 unverändert bei 0 % bleiben, was zu deutlich negativen Realzinsen führen wird und somit langfristig bullisch für den Goldpreis ist. Trotz der massiven Ausweitung der Geldmenge soll der Anstieg der Konsumentenpreise in den nächsten zwei Jahren vermeintlich nur moderat über 2 % liegen, da die Nachfrage aufgrund der Rezession immer noch gering sei und dies einen dämpfenden Effekt auf die Teuerung habe. Erst danach sollen die Preise im Zuge einer erstarkten Wirtschaft und höherer Nachfrage ansteigen, wobei die Inflationsrate nur kurzzeitig über 2 % und langfristig im Durchschnitt nicht höher als 2 % sein werde, so Powell. Mit dieser Aussage nahm er den Dollarbären und den Goldbullen den Wind aus den Segeln, worauf der überverkaufte US-Dollar zulegte, während der Goldpreis unter Druck kam.

Die vollständige Erholung der US-Wirtschaft sei erst dann möglich, wenn Unternehmen denken, es wäre wieder sicher zu investieren. Neue Impfstoffe werden produziert und noch in diesem Jahr ausgegeben, weshalb gerade in den USA ein zweiter Shutdown unter Trump unwahrscheinlich ist und Investoren spätestens im kommenden Frühjahr Mut für neue Investments finden dürften. Powell wies darauf hin, dass die Fed vermeintlich nur Geld verleihen würde und sich die Fiskalpolitik um bankrotte Unternehmen kümmern müsse. Vor den US-Wahlen sind keine neuen Impulse der Fed mehr zu erwarten, was eine kurzfristige Erholung des US-Dollars begünstigen könnte. Im Kongress ist man sich hingegen über weitere Stimuli und einer Ausweitung der Staatsverschuldung bei beiden Parteien einig, nur über die Höhe der Ausgaben streitet man sich noch. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Republikaner gegen eine Neuaufnahme von Schulden, Bail Outs, Staatsfinanzierung und Vergemeinschaftung stellten.

Staatsschulden und kein Ende

Das US-Haushaltsdefizit stieg 2020 auf über drei Billionen US-Dollar an, während die USA mit 26,7 Billionen US-Dollar verschuldet sind, was 137 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die immer gleiche Begründung, dass man in Zeiten der Krise nicht auf Haushaltsdisziplin achten dürfe, bleibt die beliebte und effektive Entschuldigung für alle Politiker, die das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen ausgeben. Den Menschen ist nicht bewusst, dass der Staat kein Geld hat und alles, was dieser ausgibt, erst über Steuern vom Steuerzahler und Sparer genommen werden muss. Immer wieder begegne ich ungläubig Menschen, die der Meinung sind, unsere Kinder und Enkelkinder müssten diese Schulden in ferner Zukunft einmal zurückzahlen und nicht wir selbst. Es ist eine Beruhigungspille, die den psychologischen Effekt nutzt, dass die Menschen politisches Handeln nicht kritisieren, wenn die Auswirkungen sie vermeintlich nicht direkt selbst treffen. Es sind jedoch nicht die Enkel oder Urenkel, sondern wir selbst, die diese Schulden über einen sehr schnellen Anstieg der Inflationssteuer bezahlen müssen und keineswegs andere Generationen in der Zukunft.

In den zwanziger und dreißiger Jahren, als der US-Dollar noch mit Gold gedeckt war und die Verbraucherpreisstatistiken noch nicht geschönt wurden, folgte auf eine Ausweitung der Geldmenge nur zwei bis drei Jahre später ein ähnlich starker Anstieg der Konsumentenpreise. Diese Gesetzmäßigkeiten gelten immer noch, weshalb US-Notenbankchef Powell auch er erst in zwei bis drei Jahren deutlich steigende Konsumentenpreise über 2 % erwartet. Die echte Teuerungsrate lag jedoch bereits in den letzten beiden Dekaden in den USA nach der alten Berechnungsmethode bis 1980 bei durchschnittlich 10 %, was durch alternative Warenkörbe sowie der ähnlich hohen jährlichen Rendite des Goldpreises bestätigt und untermauert wird. Offiziell wurde jedoch eine Teuerung von deutlich unter 2 % ausgewiesen.

Verhalten der EZB, US-Wahlen und weitere Ereignisse

Die Fed wird sich bis Jahresende im Vorfeld der Wahlen zurückhalten, während die EZB eine Woche zuvor diametral gegensätzlich erklärte, dass die Inflation zu niedrig sei und man alle Mittel, inklusive einer Abwertung des Euros prüfen werde, um die Inflation Richtung der 2 % Marke zu bringen, was den Euro zum US-Dollar bis Jahresende zusätzlich unter Druck bringen dürfte. Darüber hinaus prüft die EZB eine der US-Fed entsprechende Änderung des Inflationsziels von „höchstens“ auf „durchschnittlich“ 2 %, womit diese Änderung schon feststeht und bald umgesetzt wird.

Die Positionierung der Spekulanten am Terminmarkt für den Euro ist historisch einmalig überkauft, während diese beim USD-Index diametral gegensätzlich überverkauft ist. Es könnte in den kommenden Wochen zu einem Short-Squeeze beim US-Dollar kommen, der den Goldpreis kurzzeitig unter Druck bringen könnte, wobei wir diesen Rücksetzer als gute langfristige Kaufmöglichkeit sehen würden.

Der Tod der Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg bietet die Chance auf den langfristigen Erhalt der US-Verfassung in ihrer aktuellen Form. Bereits fünf der neun Verfassungsrichter, die auf Lebenszeit berufen werden, gelten als verfassungstreu. Mit einem weiteren konservativen Richter wäre die US-Verfassung vor nicht verfassungskonformen Gesetzesentwürfen der Regierung auf Jahrzehnte geschützt, egal ob die Republikaner oder die Demokraten die folgende Wahl gewinnen werden. Trump will ohne Aufschub eine Frau für den freien Sitz vorschlagen und da die Republikaner im Senat eine Mehrheit von 53 % besitzen, dürfte die Ernennung nur ein formaler Akt sein.

Die Wahlen im November werden entscheidenden Einfluss auf die Geldpolitik, die Aktienmärkte und somit den Goldpreis haben, weshalb wir diese genau beobachten müssen. Nach der Wahl von Trump vor vier Jahren sprang der Goldpreis um 150 US-Dollar nach oben. Die Investmentbank Goldman Sachs erwartet eine zunehmende Dollarschwäche, wenn Joe Biden die Wahlen gewinnt, was eine Fortsetzung der Rallye am Goldmarkt bedeuten würde. Doch auch bei einem Sieg Trumps werden die Staatsverschuldung und die Inflation zunehmen, weshalb der einzig wirklich sichere Hafen für das hart erarbeitete Vermögen in den kommenden Jahren der Stagflation die monetären Edelmetalle Gold und Silber sein werden.

Sinkende Investorennachfrage droht Goldpreis-Rallye zu verlangsamen

Der schnelle Wechsel seitens der Investoren in den Goldmarkt, als die Shutdown-Krise Anfang dieses Jahres ihren Lauf nahm, hat sich nach den Daten des WGC (World Gold Council) verlangsamt und bedroht die rekordverdächtige Rallye der Edelmetallpreise. Anleger, die die Sicherheit im Gold suchten, dessen Wert in wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten stabil bleibt, hatten den Einbruch der Schmucknachfrage ausgeglichen und dazu beigetragen, dass die Preise zum ersten Mal über 2.000 US-Dollar je Feinunze ansteigen konnten.

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Die Investmentnachfrage kompensierte den Einbruch der Schmucknachfrage, sodass der Goldpreis ansteigen konnte

Die mit Gold besicherten ETFs und ähnliche Produkte verzeichneten im August den neunten Monat in Folge Zuflüsse, wenn auch mit dem geringsten Tempo für 2020. Insgesamt wurden im Laufe des Monats 39 Tonnen hinzugekauft, was 2,2 Mrd. US-Dollar bzw. 0,9 % der verwalteten Vermögenswerte (AUM) entsprach. Da die Aktienmärkte weiter auf neue Allzeithochs kletterten, konsolidierte sich die Positionierung der Anleger auf dem Goldmarkt im weiteren Verlauf des Monats, und der Goldpreis schloss den Monat zum ersten Mal seit fünf Monaten mit einem leichten Rückgang von -0,38 % auf 1.957 US-Dollar. Seit Jahresbeginn gab es weltweit Nettozuflüsse in ETF-Produkte von 938 Tonnen (51,3 Mrd. US-Dollar), sodass die Gesamtbestände der börsengehandelten ETFs auf 3.824 Tonnen anstiegen.

Die Nachfrage im August war relativ schwach und man sieht, dass die Angst der Investoren im Umfeld steigender Aktienmärkte, niedriger Zinsen, Impfstoffen und der gesunkenen Gefahr eines weiteren Shutdowns langsam verfliegt. In Europa gab es sogar erstmals Nettoabflüsse aus ETF-Produkten im Volumen von 11 Tonnen, während der Großteil der Zuflüsse nach Nordamerika ging.

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In Europa gab es im August Nettoabflüsse von 11 Tonnen. Die ETF-Nachfrage ebbt plötzlich ab.

Die wirtschaftliche Schwäche hatte die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen sowie die industrielle Nachfrage, die in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 86 % der gesamten Goldnachfrage ausmachten, erheblich beeinträchtigt. Doch die Kombination aus hohem Risiko, niedrigen Raten und positiver Dynamik scheint den durch die Wirtschaftsschwäche verursachten Ausfall mehr als auszugleichen. Mit der jüngsten Nachfrageverschiebung kamen im 2. Quartal 2020 nur 32 % der Nachfrage aus den Bereichen Schmuck, Barren und Münzen sowie der Industrie, der Rest kam von Investoren, die in Gold-ETFs kauften sowie einigen wenigen Zentralbanken. Die Geldschwemme der Notenbanken ist und bleibt der bestimmende Faktor für die starke Investmentnachfrage, die wir am Goldmarkt sehen. Dennoch erholen sich die Volkswirtschaften gut und bleibt ein zweiter Shutdown aus, dann dürfte es zu Gewinnmitnahmen aus den ETF-Positionen kommen und wieder mehr Risikobereitschaft entstehen. Wenn später eine Erholung der Wirtschaft und eine Normalisierung der anderen Nachfragekomponenten auf eine weiterhin starke Investmentnachfrage treffen wird, dann sehen wir Gold in den nächsten Jahren bei hoher Inflation immer deutlich weiter ansteigen.

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Dieser Bericht wurde nicht geprüft. Für Richtigkeit der Angaben übernimmt Silbernews keine Haftung.
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Aktuelle Daten zum Sentiment belegen, die Stimmung unter den Investoren und Ökonomen für den Euro ist äußerst euphorisch, nachdem die Gemeinschaftswährung seit März von 1,08 US-Dollar auf 1,20 US-Dollar aufgewertet hat. Hier erreichte die europäische Gemeinschaftswährung nun ihren langfristigen Abwärtstrend, an dem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit stets intervenierte und eine Fortsetzung des übergeordneten Trends sicherstellte. Auch diesmal konnte man sich auf die EZB verlassen und deren Chefökonom Philip Lane ließ die Märkte vorletzte Woche wissen, dass die Höhe des Euro „relevant für ihre Geldpolitik“ sei. Die hauseigenen Ökonomen der EZB rechnen mit einem Wechselkurs von 1,09 Dollar in diesem und mit 1,08 US-Dollar im kommenden Jahr. Dies und die Verbalintervention von Lane sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die EZB mit aller Macht gegen eine weitere Aufwertung des Euro zum US-Dollar stemmen wird. Sollten die Notenbanker die Abwertung des Euro von nun an beschleunigen wollen, so wäre dies schlecht für Sparer im Euroraum, da deren Ersparnisse noch schneller als bisher an Kaufkraft verlieren werden. Goldbesitzer dürften sich hingegen über einen steigenden Goldpreis und den Erhalt ihrer Kaufkraft freuen.

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Der Euro stieg seit dem Shutdown auf in der Spitze 1,20 US-Dollar an

Daher lag der Fokus des Marktes vergangene Woche auch auf der EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag, auf der EZB-Chefin Christine Lagarde wichtige Weichen für die weitere Reise der europäischen Gemeinschaftswährung stellte. Zu Beginn enttäuschte sie die Erwartung des Marktes und lieferte keine Verbalintervention zulasten des Euros, worauf der Euro kurzzeitig einen US-Cent auf 1,192 US-Dollar hinzugewinnen konnte. Dass der Leitzins angesichts des gigantischen Anleihekaufprogramms (PEPP) unverändert bei null Prozent belassen wurde, ist und bleibt vorerst eine selbstverständliche Randnotiz.

Verbalintervention gegen den Euro

Die Fragen im Anschluss an Lagardes Rede hatten es jedoch in sich. Sie wurde gleich dreimal zum Wechselkurs mit nahezu ähnlichen Fragen gebohrt, wobei ihre Aussagen von Mal zu Mal konkreter wurden. Der Wechselkurs hatte erst nicht auf ihre Stellungnahme reagiert, sodass man die Botschaft scheinbar so oft wiederholen musste, bis die Bullen verstanden hatten, dass sie gerade gegen die EZB spekulieren, was ein dummer Trade wäre. Lagarde wiederholte, dass die EZB zwar kein fixes Wechselkursverhältnis anstrebe, die Teuerung anhand des HVPI jedoch zu niedrig sei, was auch an dem starken Wechselkurs läge und man gewillt wäre, alles zu tun, damit die Inflationsrate (Teuerung) deutlicher ansteigen würde. Letztlich drang die Botschaft einer Intervention durch, worauf der Euro fiel und sich der gesamte Tagesanstieg von einem US-Cent bis zum Handelsschluss wieder in Luft auflöste. Wir hatten auf diese Aussagen gewartet und die Gunst der Stunde genutzt, um eine Shortposition auf den Euro zum US-Dollar aufzubauen und somit die Kaufkraft unserer Investments abzusichern.

EZB wird das Inflationsziel anpassen

Sehr interessant waren zudem Lagardes Aussagen zur kürzlichen Änderung des Inflationsziels der US-Notenbank (Fed). Die Fed hatte das Ziel für den Anstieg des statistischen Warenkorbs (CPI-U) zur Berechnung des Kaufkraftverlustes von „höchstens“ auf „durchschnittlich“ zwei Prozent verändert. Während man früher bei einem zu starken Anstieg der amerikanischen Konsumentenpreise prozyklisch mit Zinsanhebungen reagierte, um die ungedeckte Kreditvergabe einzuschränken und die Währungsabwertung wieder zu verlangsamen, will man künftig durchschnittlich zwei Prozent Inflation anpeilen. Das Perfide daran ist, dass man die vergangene Entwicklung der Teuerung von unter zwei Prozent heranziehen will, um künftige Anstiege deutlich über zwei Prozent zu rechtfertigen. Dies bedeutet, dass selbst dann, wenn die offiziell ausgewiesene Teuerungsrate bei fünf oder mehr Prozent liegen sollte, man dies mit dem Verweis auf in der Vergangenheit niedrige Teuerungsraten und als kurzfristige Folge der Pandemiemaßnahmen rechtfertigen wird.

EZB-Chefin Lagarde bezeichnete am Donnerstag die Anpassung des geldpolitischen Inflationsziels der Fed als interessant und man werde auch im EZB-Rat schon sehr bald darüber diskutieren. Damit ist klar, dass auch die EZB diese Anpassungen bald ankündigen und letztlich ebenso umsetzen wird, was weiteren Abwertungsdruck auf den Euro und Aufwertungsdruck für den Goldpreis nach sich ziehen wird.

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Die EZB wird die Druckerpressen heiß laufen lassen und die Inflationserwartungen schüren, um so den Euro abzuwerten

Zweistellige Inflationsraten wie in den siebziger Jahren

Da die reale Teuerungsrate nach seriösen Berechnungsmodellen ohnehin 6-8 % höher liegt, wird diese Strategieänderung durchaus reale Inflationsraten von zeitweise 15 % nach sich ziehen, womit diese dann ähnlich hoch wie in der Stagflation der siebziger Jahre wären. Genau dieses Szenario zeichnete ich in vielen dutzend Artikeln und Webinaren der letzten Jahre als Folge der nächsten Kreditkrise an die Wand, was jetzt zunehmend Realität wird.

Anders als in den siebziger Jahren sind die offiziellen Konsumentenpreisindizes heute jedoch geschönt, womit ein künstlich niedriger Ausweis der Inflation und somit eine bedingte Kontrolle der Zinsstrukturkurve möglich wird. Nur wenige Sparer, Ökonomen und Investoren werden dieses Spiel durchschauen und entsprechend kaum Inflationsabsicherung in ihren Portfolios betreiben. Dies wird letztlich zu einer Ausweitung der Schere zwischen Arm und Reich sowie einer Verringerung des Kapitalstocks mit einhergehender zunehmender Verarmung in der Bevölkerung führen. Sündenböcke werden Politik und Medien auch jetzt finden und die Schuld gekonnt von sich weisen.

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Die EZB hat ihre Notenbankbilanz um 2,6 Billionen Dollar ausgeweitet in diesem Jahr

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Die US-Notenbank (Fed) hat ihre Bilanzsumme in 2020 bisher um 2,7 Billionen US-Dollar aufgeblasen

Digitaler Euro der EZB in Planung

Auf der Herbstkonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB), die in diesem Jahr online stattfand, kündigte EZB-Chefin Christine Lagarde Ergebnisse einer Taskforce zur Einführung einer digitalen Währung an. Bundesbank-Präsident Weidmann nannte es Ironie, dass digitales Notenbankgeld (Central Bank Digital Currencies – CBDC) jetzt von den Notenbanken diskutiert würden, während Kryptowährungen ursprünglich geschaffen wurden, um die Zentralbanken zu umgehen. Der EZB-Ökonom Ulrich Blindseil hatte bereits ein konkretes Modell eines zweistufigen digitalen Euros vorgelegt, das auch für den allgemeinen Gebrauch gedacht sei. Man betonte auf der Konferenz jedoch, dass der digitale Euro das Bargeld nicht abschaffen, sondern lediglich ergänzen solle. Man stelle sich außerdem die Frage, wie man Anonymität mit digitalem Geld entsprechend der vom Bargeld sicherstellen könne, da diese Eigenschaft vom Bürger so positiv bewertet würde. Diese Aussagen gehen natürlich ins Leere, denn das Zentralbankgeld ist längst digital und Online-Zahlungen via Banküberweisung sowie die Zahlung an der Kasse sind Standard und einfach, weshalb eine weitere staatliche Digitalwährung überflüssig ist.

In der Europäischen Union gibt es unterdessen Bestrebungen gleichzeitig privates Digitalgeld stärker an die Kette zu legen. Dies ist logisch, da ein digitaler Euro keine Chance gegen bessere Kryptowährungen, die der Markt immer hervorbringt, hätte. Während die Geldmenge beispielsweise beim Bitcoin unveränderlich fixiert wurde und nicht ausgeweitet werden kann, ist die Inflation der Geldmenge und somit der Raub der Ersparnisse über die Inflationssteuer gerade der Sinn hinter jeder staatlichen Währung. Aus dem gleichen Grund musste man auch Gold und Silber mittels eines Zwangsgeldmonopols in Misskredit bringen, da ohne staatlichen Zwang der schwache Euro schnell vom Bürger abgelehnt und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Dies ist, wie die Geschichte zeigt, das Schicksal aller Fiat-Währungen. Daher muss auch die EZB die Konkurrenz zu einem digitalen Euro mit Zwang ausschalten, da sonst niemand ihr digitales Geld nutzen würde.

Der Bitcoin ist dezentral und kann von keiner staatlichen Behörde vernichtet oder verboten werden, doch reicht es die Hürden zur Nutzung dessen so hoch zu hängen, dass dies einem Verbot gleich käme, ähnlich dem Waffenbesitz oder der zunehmenden Ächtung des anonymen Goldkaufs in Deutschland. Der Staat kann über sein Geldmonopol die Annahme von Kryptowährungen durch Unternehmen verbieten oder die rechtlichen Hürden so hoch hängen, dass es einem Quasi-Verbot gleichkommt. Begründet wird das immer mit dem Schutz des Bürgers vor Betrug und Schaden. Wer braucht eine Kryptowährung, wenn man in keinem Online-Shop damit zahlen kann und sich strafbar macht, wenn man diese Währung in Euro tauschen will? Der deutsche Ressortchef Olaf Scholz (SPD) forderte auf der Herbstkonferenz ein „sehr klares“ Regelwerk, um die Finanzmarktstabilität zu sichern. Wo diese gefährdet sei, müssten die Kryptowährungen verboten werden, so Scholz.

Die Ursache allen Übels ist das staatliche Geldmonopol, das im Zusammenspiel mit staatlichen Interventionen darauf ausgelegt ist, die Menschen über die Inflationssteuer zu enteignen sowie Boom- und Bustzyklen zu erzeugen, zu verstärken und zu steuern, wovon insbesondere auch der Staat profitiert. Die Lösung der Probleme kann somit nur in einer Beschränkung der Macht staatlicher Notenbanken liegen und letztlich in einer Aufhebung des Geldmonopols. Der freie Währungswettbewerb wird wie immer die beste Lösung herausbilden und letztlich Gold und Silber den Euro ersetzen, wogegen Kryptowährungen die marktwirtschaftliche Antwort auf das SEPA-System wären.

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Der Preis für einen Bitcoin notiert immer noch hoch über der Marke von 10.000 US-Dollar

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Alternative Kryptowährungen konnten sich nach dem Platzen der Blase Anfang 2018 zumeist noch nicht wieder erholen

Aktienmarkt mit schnellstem Einbruch in der Geschichte

Die Nasdaq beendete eine dreitägige Korrektur mit einem Kursrückgang von 10%. Das war die schnellste 10% Korrektur in der Geschichte der Nasdaq, die 1978 gegründet wurde. Tesla brach um 21 Prozent ein und das bullische Sentiment hat einen starken Schaden genommen, weshalb sich die Rallye nicht mehr in dem gleichen Tempo fortsetzen wird. Der S&P 500 war in der vergangenen Handelswoche zwischenzeitlich unter die wichtige Unterstützung bei 3.400 Punkten gefallen, die der Index jedoch halten muss. Gelingt es nicht diese Unterstützung zurückzuerobern, so droht eine längerfristige Korrektur, die jedoch relativ begrenzt sein dürfte. Investoren und Fondsmanager, die die Lage falsch eingeschätzt und den Anstieg verpasst haben, werden einen Rücksetzer für verspätete Käufe auf hohem Preisniveau nutzen und sich der Markt so stabilisieren.

Ein echter nominaler Bärenmarkt ist in einer Stagflation unwahrscheinlich bzw. nahezu unmöglich, da die Inflation die Aktienmärkte nominal nach oben treibt. Inflationsbereinigt ist der Bärenmarkt jedoch real da und im Verhältnis zum Goldpreis werden wir in den kommenden Jahren höchstwahrscheinlich eine deutliche Underperformance des Aktienmarktes sehen. Gold und Silber dürften ebenso wie in der Stagflation der siebziger Jahre, als der Dow Jones um über 94% zum Goldpreis im Tief einbrach, während er nominal 16 Jahre bei 1.000 Punkten verweilte, das bessere Investment bleiben!

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Die Nasdaq brach historisch stark ein nach der stärksten Rallye der Geschichte

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Immer dann, wenn die Börsenbullen in der größten Euphorie sind, steht ein Bär schon um die Ecke

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Der breite US-Aktienindex S&P 500 brach zum Ende der vergangenen Handelswoche um 6,5 % ein und die Technologiebörse Nasdaq gar um 10,6 % binnen zwei Tagen, nachdem beide Indizes am Mittwoch noch auf neue Allzeithochs angestiegen waren. Das war der stärkste Einbruch seit dem historischen Crash vom März. Der Goldpreis, der bei Turbulenzen am Aktienmarkt traditionell als sicherer Hafen gesucht wird, konnte von dem Einbruch nicht profitieren, was als kurzfristiges Zeichen von Schwäche zu werten ist. Während der Goldpreis noch zum Beginn der letzten Handelswoche auf 1.993 US-Dollar ansteigen konnte, brach er am Freitag auf 1.917 US-Dollar ein. Silber sah sein Wochenhoch bei 28,90 US-Dollar und ging bei 27 US-Dollar in das Wochenende. Die Bullen am Aktienmarkt und die Bullen am Edelmetallmarkt wurden also hinterrücks mitten in einer blinden Euphorie von den Bären niedergeschlagen.

Die Aktienmärkte waren im März während des Shutdowns von extremer Angst geprägt, während mittlerweile extreme Gier herrscht. Der Abstand der Aktienindizes zur 200-Tage-Linie, das Put/Call Ratio oder der Fear & Greed Index haben Extrema erreicht, die zuletzt in der Dot-Com-Blase von 1999 zu beobachten waren, was Warnzeichen für eine Korrektur der Rallye sind. Die Geldmengenausweitung der US-Notenbank und die weiterhin niedrigen kurzfristigen Zinsen scheinen erst einmal eingepreist zu sein und die Märkte könnten nun wieder mehr auf die Fundamentaldaten der Unternehmen achten. Die Hausse am Aktienmarkt muss deshalb nicht vorüber sein und das frühere Allzeithoch des S&P 500 bei 3.400 Punkten ist ein guter Anhaltspunkt für eine weitere Handelsentscheidung. Solange der Index sich darüber hält, handelt es sich bis dato nur um eine Korrektur des Anstiegs auf das vorherige Ausbruchsniveau, doch fällt der Index darunter, so droht eine Trendwende und eine Ausweitung der Korrektur. Ein womöglich stärkerer US-Dollar in den kommenden Wochen und Monaten könnte eine erneute Korrektur am Aktienmarkt unterstützen.

Womöglich testen die Marktteilnehmer noch einmal die US-Notenbank, ab welchem Niveau der Powell Put greifen und staatliche Käufe einen ungewünschten Einbruch verhindern werden. US-Notenbankchef Jerome Powell hatte es klar und deutlich gesagt, dass man die Märkte solange mit Liquidität versorgen wird, bis der Arbeitsmarkt sich erholt hat und dann die Inflation anzieht. Die guten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag wurden von Trump gefeiert und von Fed-Chef Powell friedlich kommentiert. In den USA wurden 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze im August geschaffen und die Arbeitslosenquote sank auf 8,4 %, womit die Prognose der Fed für das Jahresende bereits um fast einen Prozentpunkt übertroffen wurde. Powell sagte, dass die Wirtschaftserholung von jetzt an schwerer würde und man den Zeitraum unvermindert niedriger Zinsen auf Jahre bemessen müsse, was am Aktienmarkt selbst im Worst Case einen gewissen Boden auf hohem Niveau einzieht, der tiefer liegen mag, doch deutlich höher als das Crashtief vom März sein dürfte.

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Die US-Arbeitslosenrate fällt schneller als von der Fed erwartet wurde. Sie will dennoch die Zinsen auf Sicht von Jahren bei 0 % belassen

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In den USA wurden außerhalb der Landwirtschaft im August 1,4 Mio. neue Stellen geschaffen

Die guten Arbeitsmarktdaten stützen den Dollar, der historisch stark überverkauft ist und eine Gegenbewegung oder gar eine Trendwende einleiten könnte. Eine Dollarstärke könnte jedoch auch auf die Edelmetallpreise drücken, nachdem diese ebenso historisch stark angestiegen waren in den letzten Monaten. Es ist ebenso ein klassisches Phänomen, dass nach starken Anstiegen eine starke Korrektur oder eine gestreckte Entwicklung folgen, bevor sich die Hausse fortsetzt.

Der Palladiumpreis kann sich der Schwäche von Gold, Silber und Platin entziehen, was an das permanente Defizit und die Hausse der letzten Jahre erinnert. Während sich der Palladiumpreis der allgemeinen Tendenz widersetzen und ansteigen konnte, fiel der Platinpreis nach einem erfolglosen Test des Widerstands bei 1.000 US-Dollar bis an einen wichtigen mittelfristigen Aufwärtstrend bei 900 US-Dollar. Sollten Gold und Silber ihre Korrektur ausweiten, so wird der Platinpreis ebenfalls unter Druck kommen und womöglich wieder auf 800$ oder tiefer fallen.

Der Platinpreis leidet seit zehn Jahren unter einem Überangebot, weshalb er sich in einem permanenten Bärenmarkt befand. Platin wird primär in Russland und Südafrika abgebaut, wobei es in Russland als Beiprodukt der Nickelförderung gefördert wird, weshalb sich das Angebot trotz niedriger Preise aktuell nicht verringert. In Südafrika wird Platin ebenso zwangsläufig als Beiprodukt gefördert, solange man für das geförderte Palladium noch hohe Preise erzielen kann und sich so die Förderung lohnt. Die Nachfrage nach Platin ist aktuell jedoch gering und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge verringerte entsprechend die Nachfrage nach Platin für Dieselkatalysatoren in der Zukunft. Platin ist historisch günstig zu allen anderen Edelmetallen, was die Ratios von Platin zu Gold, Silber und Palladium zeigen. Nur deshalb kaufen Investoren in großen Mengen Platin in ETF-Produkte, in der Hoffnung künftiger Preisanstiege, wodurch sie mit ihren Käufen das Überangebot verringern. Ohne die gestiegene Investmentnachfrage wäre der Platinpreis schnell weiter eingebrochen.

Hält das Überangebot jedoch an, so dürfte sich gerade in der aktuell herrschenden Rezession der Platinpreis weiter schwach zeigen und Preise unter 800 US-Dollar sind durchaus realistisch. Aufgrund des historisch einmalig günstigen Preises zu allen anderen Edelmetallen würden wir die aktuelle Korrektur nutzen, um langfristige Käufe auf Sicht von einer Dekade zu tätigen. Sollte der Platinpreis langfristig nur zu seinem statistischen Mittelwert zurückkehren, dann würde diese eine dreifache Outperformance zum Goldpreis und eine sechsfache Outperformance zum Palladiumpreis bedeuten. Das Risiko ist damit langfristig sehr gering, wogegen die Chancen langfristig sehr hoch sind. Man dürfte langfristig im schlechtesten Fall eine etwa ähnliche Performance einfahren, wie mit Gold, doch im besten Fall einen großen Gewinn erzielen. Eine Substitution von Palladium durch Platin kann das Bild schnell drehen und Platin zum Highflyer machen. Man sollte ein Investment in Platin jedoch als sehr langfristige Anlage verstehen, da kurzfristig nicht mit einer Outperformance der anderen Edelmetalle zu rechnen ist.

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Nie war Platin günstiger zum Goldpreis

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Platin ist historisch günstig zu Palladium

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Die Edelmetallpreise waren auch in der vergangenen Woche wieder extrem volatil, wie so oft seit dem internationalen Shutdown der Volkswirtschaften im März und dem Start einer neuen Runde quantitativer Lockerungen der Zentralbanken als Reaktion auf die von der Politik verursachte Wirtschaftskrise. Am Mittwochnachmittag kam es zu einem Short-Squeeze am Goldmarkt, nachdem China den USA mit dem Start von Mittelstreckenraketen über dem südchinesischen Meer drohte, was die Bären auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Kurz nachdem die Shortseller den Goldpreis auf 1.903 US-Dollar und damit unter zwei wichtige charttechnische Unterstützungen drücken konnten, kam es aufgrund dieser Meldung zu spekulativen Käufen. Die Bären, die über Tage hinweg auf einen weiter fallenden Preis wetteten, wurden dadurch ausgebremst und der Goldpreis sprang um 50 US-Dollar bis an den Widerstand bei 1.955 US-Dollar.

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Die kurzfristigen Zinsen bleiben unten, was die Aktienmärkte und Gold nach oben treibt

Trump kündigte bereits an, die Wertschöpfungsketten der beiden Großmächte bei einer Wiederwahl weiter kappen und Hochtechnologie zurück in die USA holen zu wollen. Auch das autoritäre Regime in Peking will seinen Binnenmarkt stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Importen reduzieren. Die gegenseitige ökonomische Abhängigkeit der beiden Volkswirtschaften war bisher ein Garant für Frieden, weshalb es sich bei den ständigen Konfrontationen um die Vorherrschaft im südchinesischen Meer bis dato um nicht mehr als Säbelrasseln handelte. Einerseits ist es ein richtiger Schritt den wachsenden Machtanspruch des kommunistischen Regimes einzuhegen, denn die Knechtung und Verdrängung der Tibeter, die Umerziehung der Uiguren sowie die Übernahme Hongkongs sind nur drei Beispiele dafür, wie gefährlich das chinesische Regime ist und dass es wichtig ist, ihm die Stirn zu bieten. Andererseits birgt die Trennung der Volkswirtschaften die Gefahr, dass aus dem Säbelrasseln in Zukunft ein militärischer Konflikt entstehen könnte. Marktwirtschaft und Freihandel unterstützen durch die Nutzung natürlicher komparativer Vorteile wachsenden Wohlstand und erzeugen wechselseitige Abhängigkeiten zwischen Staaten, die letztlich einen wesentlichen Beitrag zur Friedenssicherung liefern.

Trumps Chancen für eine Wiederwahl sind mittlerweile sehr hoch und es scheint, als könnte nur noch ein Crash des Aktienmarktes Trumps zweite Amtszeit verhindern. Angesichts der sozialen Unruhen linker Gruppen mit Mord und Plünderungen in demokratisch geführten Großstädten, wenden sich immer mehr Stammwähler von der Demokratischen Partei ab und fliehen förmlich zu den Republikanern. Auch das kompromisslose Vorgehen in den von Demokraten regierten Bundesstaaten während der Pandemie hat viele Wähler gekostet. Die weniger restriktiven republikanischen Bundesstaaten, von denen sieben gar keinen Shutdown umgesetzt haben, gingen deutlich besser aus der Krise hervor.

Am Donnerstag folgte eine Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell beim alljährlichen Jackson Hole Treffen, das dieses Mal online stattfand. Er bestätigte noch einmal die veränderte Zielsetzung der Fed, wonach nicht mehr die Preisstabilität, sondern der Arbeitsmarkt im Vordergrund steht. Zeitweise Anstiege des Verbraucherpreisindex deutlich über zwei Prozent sollen toleriert werden, um schnellstmöglich wieder Vollbeschäftigung zu schaffen, wobei man nun nur noch im langfristigen Durchschnitt zwei Prozent Teuerung anstreben würde. Bis dahin lag die Zielmarke der Teuerung bei zwei Prozent, bei deren Erreichen die Notenbank mit Zinsanhebungen reagiert hatte, was damit erst einmal vom Tisch ist. Dadurch kann die US-Notenbank die kurzfristigen Zinsen weiter bei null Prozent halten, auch wenn der Konsumentenpreisindex aufgrund der historisch einmalig starken Inflation der Geldmenge stärker als zwei Prozent ansteigen wird. Folgend werden die Realzinsen noch weiter in den negativen Bereich rutschen und der US-Dollar weiter an Kaufkraft verlieren.

Das bedeutet, dass Sparer keine Zinsen auf Geld, das sie auf der Bank haben, erhalten und durch die Inflationsukzessive enteignet werden. Dies ist sehr bullisch für den Goldpreis, weshalb sich die Hausse in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Auf diese Aussagen hin setzte der US-Dollar seine Talfahrt fort und fiel zum Euro auf 1,19 US-Dollar, während der Goldpreis 40 US-Dollar, bis an den Widerstand bei 1.980 US-Dollar, nach oben sprang. Nur Minuten später erklärte Powell jedoch, dass er kurzfristig noch keinen Inflationsdruck erwarte, was sofort zu Verkäufen und Gewinnmitnahmen am Goldmarkt führte, worauf der Preis wieder um 70 US-Dollar auf 1.910 US-Dollar einbrach. Seit anderthalb Wochen bewegt sich der Goldpreis erratisch in einer Spanne zwischen 1.910 US-Dollar und 1.980 US-Dollar auf der Oberseite stark hin und her. Dies zeigt, dass sich noch immer viele Spekulanten in diesem Markt tummeln und das Interesse von Investoren hoch ist.

Der US-Aktienmarkt konnte ebenso von der taubenhaften Rede Powells profitieren, da niedrige Refinanzierungszinsen bei gleichzeitiger Entwertung der Kaufkraft den überschuldeten Zombieunternehmen unter die Arme greifen werden, was auch höhere KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnisse) rechtfertigt. Der breite amerikanische Aktienindex S&P 500 stieg daraufhin weiter an, nachdem dieser den Widerstand an seinem Allzeithoch überwinden und auf 3.525 Punkte ansteigen konnte. Aktuell kommt es zu einer Kaufpanik (FOMO – Fear of Missing Out) bei allen Investoren, die trotz der massiven Inflation der Geldmenge mit einem nominellen Bärenmarkt gerechnet hatten und deshalb die Rallye verpasst haben. Oftmals hatten diese Investoren zum Crashtief verkauft und müssen nun dem Markt zu Höchstkursen hinterherlaufen. Können die Aktienmärkte bis zur US-Präsidentschaftswahl in zehn Wochen weiter ansteigen oder ihr hohes Niveau verteidigen, dürfte Trumps Sieg, trotz Briefwahlen, sicher sein.

Russland und China haben bereits einen Impfstoff, den sie bereitwillig in die Welt verkaufen wollen und die USA kündigten diesen für die nächsten Monate zumindest schon an. Zusätzlich verkaufte Trump vergangene Woche die Genehmigung der Covid-19 Plasma Therapie als großen Erfolg, obwohl diese Antikörper-Therapie aus dem Blutplasma geheilter Patienten bereits seit April in Europa und den USA angewandt wird. Weltweit gehen immer mehr Menschen gegen die massive Einschränkung von Grundrechten auf die Straße, wie beispielsweise am Wochenende in London und Berlin, wo Tausende friedlich demonstrierten. Angesichts dieser aufgeheizten Stimmung ist ein weiterer Shutdown selbst in Europa mittlerweile wenig wahrscheinlich geworden, da der politische Preis mittlerweile extrem hoch geworden ist. Dadurch gewinnen Investoren wieder Mut und die Erholung der Wirtschaft nimmt an Fahrt auf.

Um eine Pleitewelle zu verhindern, haben sich CDU und SPD auf die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021 verständigt. Da mit Zombieunternehmen niemand Geschäfte machen will, soll auch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht um weitere sechs Monate bis Ende März 2021 verlängert werden. Müssten die Unternehmen wieder ab dem 1. Oktober, wie vor dem Shutdown, ihre Insolvenz anzeigen, würde eine Pleitewelle und womöglich eine Kettenreaktion ausfallender Kredite im Bankensystem erfolgen, was die Regierungsparteien angesichts näherkommender Wahlen scheuen. Aufgrund der selbstinduzierten Wunden des Shutdowns gaben im ersten Halbjahr 2020 Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen mehr Geld aus als sie einnahmen. Wie in jeder Rezession brechen die Steuereinnahmen weg, während die Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung stark ansteigen. Ein Loch von 51,6 Milliarden Euro klafft im Staatshaushalt, was 3,2 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Vorjahresquartal gab es noch ein Plus von 46,5 Milliarden Euro. Auf das Gesamtjahr rechnet die Bundesbank mit einem Defizit von 7 %, das über Neuverschuldung bzw. durch Drucken von Papiergeld und die Inflationssteuer finanziert wird.

Die Vorzeichen für eine Stagflation, einer Rezession gepaart mit steigenden Preisen, in der die Edelmetallpreise für Gold und Silber über die nächsten Jahre stark ansteigen werden, sind sehr gut. Es verwundert daher nicht, dass selbst die Investmentlegende Warren Buffet kürzlich eine Position in Höhe von 562 Millionen Dollar in den Goldproduzenten Barrick Gold aufgebaut hat, womit er ein Misstrauen in den Dollar und den Standardaktienmarkt demonstriert. Buffet hat nun die Überzeugung, dass die Inflation so hoch sein wird, dass es essentiell wichtig ist, Gold im Portfolio zu haben anstatt Unternehmen. Minenaktien sind ein zusätzlicher Hebel zum Besitz von physischem Gold.

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Die Goldminen sind im Verhältnis zu Gold immer noch historisch günstig

Buffet hat mit diesem Kauf eine Tür geöffnet und seinem Beispiel dürften nun weitere Fondsmanager folgen, die sukzessive in Gold, Silber sowie deren Produzenten investieren werden. So hat vergangene Woche auch der Polizei- und Feuerwehr-Pensionsfonds von Ohio (USA) 5 % der verwaltenden 16 Milliarden US-Dollar in Gold investiert, um den Fonds gegen Inflation abzusichern. Nur 0,5 % der amerikanischen Ersparnisse sollen in Gold alloziert sein, wobei das langfristige Mittel bei 1,5 bis 2 % liegt. Es gibt nicht genügend Gold zu diesen Preisen, wenn die weltweiten Fonds ebenfalls die gleiche kleine 5 % Allokation in ihrem Portfolio als Absicherung vornehmen würden. Die aktuelle Korrektur, die seit einem Monat läuft, ist nur eine kurze Verschnaufpause in einem neuen übergeordneten Bullenmarkt, weshalb diese Korrektur eine Chance ist, um günstig zu kaufen.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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