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Philharmoniker Depot

23.01.20 Gold: Das ist paradox!

Der Goldpreis macht, was er machen soll. Er konsolidiert weiter. In Australien bauen die Minen weiter relative Stärke zu der Goldpreisentwicklung auf. Insofern sehen wir aktuell nichts Ungewöhnliches. Wie bereits mehrfach geschrieben: Die Konsolidierung war nach dem leicht parabolischen Anstieg, der sich nach dem Angriff der USA auf einen General aus dem Iran ausgebildet hat, überfällig gewesen.

Überraschen dürfte eine Nachricht, die heute von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wird: Die Goldnachfrage aus China ist im vergangenen Jahr gesunken. Überraschend ist dies deshalb, wie China zusammen mit Indien als die größten Käufer auf dem physischen Goldmarkt gelten. Laut China Gold Association belief sich die chinesische Goldnachfrage 2019 auf 1.002,8 Tonnen, 12,9 Prozent weniger als im Vorjahr, berichtet das Internetportal goldseiten.de. Als Gründe werden die Schwäche der chinesischen Wirtschaft und die steigenden Preise bei Gold genannt. Doch diese Argumentation ist auf den ersten Blick paradox: Sollten die steigenden Preise nicht durch eine erhöhte Nachfrage hervorgerufen werden? Oder anders ausgedrückt: Sollte eine schwache Nachfrage nicht zu fallenden Preisen führen? Bei Gold scheint dies nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil: Gold schloss das Jahr 2019 fast auf Jahreshoch ab.

An der Stelle kommt der Terminmarkt ins Spiel. An den wichtigsten Handelsplätzen, dem London Bullionmarkt und der Comex in den USA, wird ein Vielfaches des physischen Gold in Papiergold umgeschlagen. Und das hat – zumindest kurzfristig – eine weitaus höhere Auswirkung auf den Goldpreis als der physische Markt. Viele Marktteilnehmer glauben deshalb auch, dass sich der physische Markt eines Tages vom Papiergoldmarkt abkoppeln wird. Bislang gibt es hierfür aber keine Indizien.

Zudem kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Auch wenn die Nachfrage aus China nachgelassen hat, so lagen doch die Käufe der Zentralbanken auf einem neuen Hoch. Und diese Käufe haben die nachlassende Nachfrage aus China (die größtenteils auf einer nachlassenden Nachfrage aus der Schmuckindustrie beruht) ausgeglichen. Dazu gesellen sich auch höhere Käufe seitens der Gold-ETFs. So gesehen ist all das, was wir sehen, nicht so paradox wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Tatsächlich sehen wir ein Phänomen, das wir häufig sehen: Fallende Preise locken Käufer an, steigende Preise schrecken Käufer ab – zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Neue Rekorde wiederum locken nämlich häufig auch neue Käufer an, die bislang nicht auf dem Markt aktiv gewesen sind. Anleger sollten zur kurzfristigen Orientierung eher dem Chart folgen. Er bietet eine bessere Hilfe.

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Quelle: https://www.deraktionaer.de

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