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Philharmoniker Depot

23.09.19 Die Wahrheit über die Manipulation des Gold- und Silberpreises

In der vergangenen KW 38 hatte eine Manipulation der Edelmetallpreise durch Händler von J.P. Morgan Schlagzeilen gemacht. Diese Manipulation hat zu Verurteilungen geführt, die nun ausgeweitet werden sollen. Viele Gold-Bugs sahen dies als Bestätigung der andauernden Manipulation am Edelmetallmarkt und einem künstlich niedrigen Gold- und Silberpreis. Wir hatten nicht darüber berichtet, da wir der Auffassung sind, dass dies nichts mit der eigentlichen Manipulation am Gold- und Silbermarkt zu tun hat. Das Spoofing ist ein häufiges Vorgehen, um kleine Gewinne am Markt abzuschöpfen und in allen Märkten zu finden.

„Spoofer“ stellen größere Kauf- oder Verkaufsorders ein und täuschen damit Kauf- oder Verkaufsinteresse vor, das faktisch real nicht existiert, weil die Orders nach kurzer Zeit wieder gelöscht wird. Andere Trader sehen beispielsweise eine Order bei Silber auf einem Niveau von 19 Dollar und denken, dass ein großer Verkäufer in den Markt möchte. Deshalb werden die Trader dazu tendieren, sich an dieser großen Order zu orientieren und ihr Trading-verhalten danach ausrichten. Diese große Order, die zuvor noch im Orderbuch sichtbar war, verschwindet jedoch plötzlich wieder, weil sie gelöscht wurde. „Spoofer“ können so andere Händler zu einem bestimmten Verhalten zwingen und Preise kurzfristig beeinflussen, da viele Händler sich daran orientiert haben. Damit sind im Einzelfall nur kleine Gewinn für die „Spoofer“ zu erzielen, aber die Masse macht es dann doch lukrativ.

Auf diese Weise lässt sich der Gold- und der Silberpreis jedoch langfristig nicht manipulieren und der Glaube, dies könnte die Manipulation darstellen, ist falsch. Primär erfolgte die Drückung des Goldpreises in den letzten Jahrzehnten über physische Verkäufe aus den Tresoren der westlichen Notenbanken. Kein „Spoofer“ ist durch solche Tricks in der Lage ein Defizit am Markt zu beeinflussen – er kann nur einige kurzfristig agierende Spekulanten täuschen, die aber mit der langfristigen fundamentalen Preisentwicklung nichts zu tun haben.

Es wird jedoch über den Terminmarkt manipuliert, indem eine gigantische marktbeherrschende Position nackter Shorts an charttechnischen Widerstandsmarken aufgebaut wird, wodurch kurzzeitig der Silberpreis ausgebremst werden kann. Dieser Aufbau von nackten Shorts lassen sich im Terminmarktreport der US-Aufsichtsbehörde CFTC nachverfolgen. In dem letzten Anstieg des Silberpreises hatte eine oder höchstens vier Banken mit rekordhohen Short-Kontrakten in Höhe von 94 Tagen der Weltproduktion gegengehalten. Ohne diesen Eingriff wäre Silber kurzzeitig noch stärker gestiegen und weitere Spekulanten hätten den Preis womöglich noch höher getrieben. Diese Eingriffe sind jedoch immer nur kurzfristig und die nackten Shorts werden in Preisrückgänge hinein immer wieder abgebaut, womit die Manipulatoren bei Preiseinbrüchen den Preis eigentlich stützen. Langfristig sind die Eingriffe über den Terminmarkt jedoch neutral und haben keine langfristige Auswirkung auf den Silberpreis. Der Silberpreis wird durch diese Eingriffe geglättet und zusätzliche Spekulanten aus diesem Markt ferngehalten.

Dies geschieht ebenso am Goldmarkt. Das physische Angebot und die physische Nachfrage sind es letztlich, die langfristig den Preis bestimmen. Alleine über den Terminmarkt lässt sich ein Rohstoffpreis nicht beeinflussen, ohne dass ein gigantischer Berg nackter Short-Kontrakte aufgehäuft werden müsste. Zudem würde dies auffallen.

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Während des letzten Preisanstieges wurde mit Silberkontrakten im Volumen von 94 Tagen der Weltproduktion gegengehalten.

Im Silbermarkt herrschte seit dem Jahr 2011 ein strukturelles Überangebot am Markt, das primär für den Preisrückgang verantwortlich war. Das Überangebot am Silbermarkt war so hoch, dass es J.P. Morgan gelang über 150 Millionen Unzen an Silberbeständen in ihr COMEX Lagerhaus zu kaufen. Wäre der Markt eng gewesen, wäre dies nicht bei einem gleichzeitigen Preisrückgang möglich gewesen. Womöglich spekuliert J.P. Morgan auf einen langfristigen Anstieg des Silberpreises und möchte einfach nur Profit machen. Doch womöglich baute man nur ein Pulverlager auf, um künftige Nachfrageschübe durch den Verkauf physischer Ware auszugleichen.

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J.P. Morgan hält eine gigantische Menge physischen Silbers in ihrem COMEX-Lagerhaus.

Insgesamt sind die Futures Kontrakte und der COMEX für Gold und Silber gut gedeckt – genügend Ware ist vorrätig. Diejenigen, die keine Ahnung vom Terminmarkt haben, verbreiten Märchen, bei dem die Terminbörsen kurz vor dem Bankrott und die Preise vor der Explosion stehen würden. Aktuell sind die Silber-Futures an der COMEX zu 30 % durch physische Ware gedeckt und die Gold-Futures zu 12 %. Zwei bis vier Prozent sind dabei ausreichend, um die übliche Anzahl an auslaufenden Kontrakten bedienen zu können. Spekulanten sind nicht an einer physischen Auslieferung interessiert.

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Die Silber-Futures sind sehr stark zu 30 % gedeckt an der COMEX.

Die Manipulation über „Spoofing“ ist immer wieder ein Aufreißer in den Medien, der gerne genutzt wird, um Klicks zu erzielen. Jedoch ist die Interpretation dieser Manipulationen als Ursache für die andauernde Preisdrückung der Edelmetalle falsch. Die langfristige Preismanipulation muss immer über den physischen Markt kommen, wobei die Eingriffe über den Terminmarkt nur kurzfristige Eingriffe zur Preisglättung und zur Kontrolle des Sentiments sind. Wie wir an den Daten für Silber sehen, wird die Manipulation weiter fortgesetzt. Auch am Goldmarkt werden die Regierungen weiterhin versuchen den Preisanstieg zu managen, um so einen unkontrollierbaren Ausbruch zu verhindern, da dies einen Zusammenbruch des Kreditgeldsystems zur Folge haben könnte.

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Die Gold-Futures an der COMEX sind zu 12 % gedeckt, was mehr als ausreichend ist.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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