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Philharmoniker Depot

09.09.19 Korrektur nach Allzeithochs bei den Edelmetallen – Wie geht es weiter?

Mit 1.413 Euro erreichte der Goldpreis in der vergangenen Handelswoche ein neues Allzeithoch und der Silberpreis stieg mit 17,84 Euro (19,64 USD) auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Silber legte in den letzten Wochen den Turbo ein und stieg deutlich stärker als Gold. Zuletzt war das Edelmetall vor einem Jahr in Relation so teuer, was der Rückgang des Gold-Silber-Ratios auf 79 Punkte zeigt. Hintergrund des erneuten Anstiegs der Edelmetalle auf ein neues Allzeithoch in Euro und neue Mehrjahreshochs in US-Dollar waren schlechte Daten aus der US-Wirtschaft. Der Einkaufsmanager Index der Produzenten war auf ein 10-Jahrestief gefallen, was noch einmal die Hoffnung auf eine erneute Zinssenkung in den USA am 18. September schürte. Aktuell erwartet der Markt nur mit 90 % Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinssenkung um 0,25 %, während 10 % die Zinsen unverändert bei 2,25 % erwartet. Zinssenkungen und eine lockere Geldpolitik sind die langfristigen Haupttreiber für den Goldpreis.

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Gold in Euro erreichte ein neues Allzeithoch bei 1.413 Euro je Feinunze.

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Silber schoss in den vergangenen Wochen wie eine Rakete nach oben.

Zum Ende der letzten Woche mussten dann letztlich alle Edelmetalle Federn lassen – mit Ausnahme von Palladium – nachdem eine Reihe von guten Nachrichten für die Weltkonjunktur über den Ticker kamen. So wollen die USA nun rasche Ergebnisse im Handelskonflikt erreichen und den Handelsstreit beenden. Auch die Chinesen gaben bekannt, dass sie die Handelsgespräche im Oktober fortsetzen wollen, weshalb Investoren begannen, ihre Absicherung in Gold langsam aufzulösen, nachdem der Preis in den letzten Monaten eine historische Rallye vollzogen hat. Erst kürzlich hatte Trump eine Anhebung der Zölle gegen China von 25 % auf 30 % ab 1. Oktober bekanntgegeben, was den Goldpreis bis auf den Widerstand bei 1.550 USD ansteigen ließ. Fällt dieser Grund nun weg, müssen auch die Märkte ihre Einschätzung zum Goldpreis anpassen.

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Die Zinsen in den USA liegen immer noch 2 % über den europäischen Leitzinsen.

US-Präsident Trump wiederholte am Freitag, den 06.09.2019, seine Forderung nach einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank, denn diese hätte die Zinsen viel zu früh erhöht und viel zu spät gesenkt. US-Notenbankchef Powell zeigte am Freitag in Zürich Bereitschaft zu einer weiteren Zinssenkung, wobei er wiederholte, dass man keine Rezession erwarte und die Probleme im Griff seien. Den Leitzins würde man nicht wegen einer bevorstehenden Rezession senken, sondern lediglich wegen den Gefahren für die Konjunktur, die aus Trumps Handelskrieg entstünden.

Das war genau das, was die Märkte hören wollten, weshalb der Aktienmarkt stieg und diametral gegensätzlich weiterer Druck auf den Goldpreis aufkam. Die Leute kaufen Gold jedoch nicht wegen des Handelskriegs, sondern weil sie wissen, dass das alles zu Inflation führen wird und Gold auch noch in 20 Jahren seine Kaufkraft behalten wird. Eigentlich sollte es niemanden interessieren, was die US-Notenbank (Fed) sagt, denn selbst wenn sie eine Rezession am Horizont sähe, würde sie es nicht zugeben und aktuell wahrscheinlich immer noch nicht, selbst wenn die Rezession nach ihren Daten längst ausgebrochen wäre.

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow schloss jedoch nicht aus, dass sich der Handelsstreit mit China noch Jahre hinziehen könnte. Die US-Regierung wolle in naher Zukunft Ergebnisse im Handelskonflikt sehen, doch sollte dies nicht der Fall sein, so werde man zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Spätestens im Oktober werden wir also entweder eine Entspannung in dem schwelenden Konflikt sehen oder eine neue Runde höherer Zölle, was den Goldpreis wieder weiter nach oben katapultieren könnte.

Interessant ist, dass die US-Notenbank in den letzten drei Wochen erstmals seit dem Ende der QE-Programme wieder Staatsanleihen am offenen Markt gekauft hat. Zwei Wochen in Folge kaufte die US-Notenbank für 14 Mrd. US-Dollar am offenen Markt primär zehnjährige Staatsanleihen und übte somit Druck auf den Marktzins aus. Die Stagflation ist nicht mehr aufzuhalten, wobei die Aktienmärkte einem Einbruch entgehen werden und die Edelmetallpreise, wie in den siebziger Jahren, stark steigen müssen.

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Nicht jeder freut sich über ein neues QE Programm der US-Notenbank.

Da die US-Notenbank noch vor einem deflationären Crash im Zuge einer wirtschaftlichen Kontraktion mit neuen Zinssenkungen und auch monetären Lockerungen reagiert, zeigt dies, dass die Rezession da ist und dass Gold als sicherer Hafen vor dem Inflationssturm gesucht wird. Die Aktienmärkte werden real in der Stagflation fallen und der Goldpreis durch die Inflation sowie die gestiegene Nachfrage ansteigen. Der Goldpreis sollte den Aktienmarkt in der kommenden Dekade also outperformen. Genau das können wir bereits am sogenannten Dow-Gold-Ratio beobachten, das mittlerweile von 21 auf 17 fiel und zeigt, dass Gold mittlerweile stärker steigt und die Aktienmärkte real, in Gold bewertet, längst fallen, da sie real bereits unter der Rezession leiden und in den Bärenmarkt übergegangen sind. Das Dow-Gold-Ratio dürfte wahrscheinlich wieder auf 1 bis 2 fallen, womit Gold den Aktienmarkt in den kommenden Jahren um das 8 bis 17-fache outperformen dürfte. Sollten Sie in den letzten Jahren gute Gewinne am Aktienmarkt gemacht haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt für einen Wechsel in den Edelmetallmarkt gekommen.

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Das Dow-Gold Ratio dürfte wieder auf 1 fallen – Gold dürfte den Aktienmarkt um das 17-fache outperformen in den kommenden Jahren.

In der letzten Woche am Freitag, den 06.09.2019, machte der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan in einem Interview auf CNBC einige interessante Aussagen zu dem kürzlichen Anstieg des Goldpreises. Er sagte, „der Goldpreis steigt, dass die Investoren nach einer harten Anlageklasse suchen, von der sie wissen, dass sie auch noch in 20 oder 30 Jahren einen Wert haben wird.“ Greenspan kennt die Wahrheit über die Wertstabilität des Goldes als Geld des Marktes und schrieb bereits in jungen Jahren darüber in seinem 1966 veröffentlichten und berühmten Aufsatz „Gold And Economic Freedom“. Er bringt darin die Sorge vor der kommenden Weltwirtschaftskrise zum Ausdruck, die zu einer weltweiten Abwertung der staatlichen Fiat-Währungen führen wird. Es ist immer wieder amüsant, wenn sich Politiker bzw. Beamte nach ihrer Amtszeit diametral gegensätzlich äußern.

Chinas Notenbank senkte den Mindestreservesatz für große Banken um 50 und für kleine Banken um 100 Basispunkte, was die chinesische Konjunktur etwas stützen dürfte und gut für die Weltkonjunktur ist. Dies ist jedoch kurzfristig ein negativer Impuls für den Goldpreis, wogegen es langfristig ein positiver Impuls sein wird. Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich in den letzten Monaten drastisch abgeschwächt, worauf die chinesische Notenbank seit längerer Zeit mit Lockerungen reagiert, weshalb auch der chinesische Yuan zum Dollar drastisch abwertete und der Goldpreis in Yuan auf ein neues Allzeithoch ansteigen konnte. Auch die Russische Notenbank senkte in der vergangenen Handelswoche den Leitzins um 0,25 % auf 7 %.

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Die chinesische Währung wertete zuletzt stark ab und der Goldpreis in Yuan stieg wie eine ballistische Rakete.

In den USA ist die Wirtschaftslage bekanntlich deutlich besser als in Europa und insbesondere Deutschland, das in den letzten Jahren zum „Kranken Mann Europas“ geworden ist. Neueste Daten von letzter Woche zeigten dies wieder deutlich. So war der Auftragseingang für die deutsche Industrie im Juli um 2,7 % zum Vormonat gefallen und entwickelte sich schwächer als vom Markt erwartet wurde. Während die Auftragseingänge aus dem Inland nur um 0,5 % sanken, waren es aus dem Ausland -4,2 % und außerhalb des Euroraums sanken sie um -6,7 %. Nachdem die deutsche Wirtschaft selbst nach den offiziellen geschönten Daten im zweiten Quartal um 0,1 % sank, droht nun mit einem weiteren Minus im dritten Quartal die offizielle Rezession. Auch der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe sank im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,9 %. Eine Rezession für Deutschland lässt sich nicht mehr hinauszögern, geschweige denn verhindern. Die EZB wird auf die Kontraktion der größten Wirtschaft in Europa mit monetären Lockerungen reagieren, was den inneren Wert des Euro weiter aushöhlen wird und Gold in Euro letztlich immer weiter ansteigen muss. Bereiten Sie sich auf die kommende Wirtschaftskrise vor – wer nicht handelt und sein Vermögen nicht mit inflationsgeschützten Anlageklassen absichert, dem droht der Verlust der Ersparnisse und womöglich der Altersvorsorge. Wir empfehlen daher vorzusorgen – bspw. mit einer Anlage in die physischen Edelmetalle Gold und Silber.

© Blaschzok Financial Research

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Quelle: www.BlaschzokResearch.de | www.goldsilbershop.de

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