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Philharmoniker Depot

02.05.13 Gold ohne seines Gleichen

Ob Istanbul oder Dubai, München oder Miami, rund um den Globus tauschen die Menschen nahezu in Panik ihr Erspartes in Gold um. Das World Gold Council unterstützt die Sichtweise, dass der Gold-Boom weitergeht.

„Diese Reaktion der Kunden hat mich ehrlich gesagt schon überrascht.“ Wenn solch eine Aussage von einem Marktexperten wie dem Geschäftsführer von Pro Aurum, Robert Hartmann, zu hören ist, ist auch dies überraschend. Der Chef des Goldhandelshauses hätte eher panikartige Verkäufe erwartet, als der Goldpreis im April extrem in die Knie ging. Doch teilweise verbuchte Pro Aurum das Fünffache des normalen Tagesumsatzes und das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern betrug 9 zu 1.

Das deutet also nicht gerade auf das Platzen einer Blase hin. Um so mehr nicht, wenn man die Meldungen aus den USA hört, wo derzeit soviel Gold- und Silbermünzen von Privatpersonen gekauft werden, wie nie zuvor. Und auch in Australien ist das Goldfieber angekommen: Die Perth Mint, die nahezu alle australischen Goldmünzen fertigt, erklärte, dass aufgrund der höchsten Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren nun auch am Wochenende gearbeitet würde. Im April hätte sich die Nachfrage gegenüber März nochmals verdoppelt bis verdreifacht, so der Marketing-Direktor der Perth Mint.

Das World Gold Council (WGC) untersuchte in einer neuen Studie dazu auch die Bullen-Märkte des Goldes von 1971 bis 1983 und von 2001 bis heute. Das Fazit des WGC lautet kurz zusammengefasst: Das fundamentale Umfeld sieht heute für Gold besser aus als am Ende der Booms 1983. Denn die Periode von 1972 bis 1980 war auf der Nachfrageseite durch die Loslösung der Papiergeldwährungen vom Goldstandard, Querelen im Nahen Osten, haussierenden Goldpreisen und damit hoher Inflation geprägt. Zudem kam die Nachfrage überwiegend aus den Industriestaaten Europas und den USA. Auf der Angebotsseite dominierte Südafrika. Doch viele neue Entdeckungen ließen bei steigendem Goldpreis auch das Angebot zunehmen.

Der Gold-Boom seit 2001 steht dagegen auf gesünderen Pfeilern. So kommt der größte Teil der Nachfrage heute aus Asien, von aufstrebenden Ländern, die auch in den kommenden Jahren wirtschaftlich wachsen dürften. Deren Goldnachfrage basiert auf steigenden Einkommen und dadurch steigenden Schmuckabsatz sowie Absicherungsabsichten. Von der Angebotsseite kommen dagegen keine großen Produktionsausweitungen, da die extrem hohen Explorationsausgaben der vergangenen Jahre keine großen Erfolge brachten. Zudem kostete der Aufbau neuer Goldminen immer mehr Geld, so dass viele Projekte verschoben oder zurückgestellt werden.

Das Fundament für steigende Goldpreise ist also angerichtet. Der jüngste Kurseinbruch unter 1400 US-Dollar je Unze könnte sich als letzte Chance zum günstigen Einstieg erweisen. Doch die kurzfristige Tendenz kann aufgrund des derzeit hohen Einflusses von spekulativen Eingriffen in den Markt nicht vorhergesagt werden. Ein weiterer Einbruch, sollte er überraschend kommen, wäre nochmals Gelegenheit für im Gold unterrepräsentierte Anleger, Positionen aufzubauen.

Erst jüngst meldete sich auch wieder der Société-Générale-Stratege Albert Edwards zu Wort und sagte, dass ein Goldpreis von 10.000 Dollar kommen könnte. Denn eine starke Korrektur sei vor einem „parabolischen Anstieg“ normal, so Edwards. Der Analyst verweist auf den Goldpreiseinbruch um nahezu 50 Prozent zwischen 1974 und 1976 und den danach folgenden Anstieg um das Achtfache bis 1980.

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Quelle: Ingrid Heinritzi, Freie Wirtschaftsjournalistin

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